Push-Benachrichtigungen aus Power Automate seit 31.08. ohne Ziel
Die Power-Automate-App ist aus den Stores verschwunden. Der Flow-Schritt "Send me a mobile notification" erreicht seitdem niemanden mehr. So findet man betroffene Flows im Lösungsexport.
Seit dem 31. August 2026 ist die Power-Automate-App für iOS und Android abgekündigt. Microsoft hat sie aus dem App Store und aus Google Play entfernt und liefert weder Updates noch Support. Für die meisten Flows ändert das nichts: Sie laufen serverseitig und haben die App nie gebraucht. Eine Aktion trifft es trotzdem und zwar eine die in vielen Umgebungen irgendwann einmal eingebaut wurde: "Send me a mobile notification".
Was genau wegfällt
Der Schritt "Send me a mobile notification" schickt eine Push-Nachricht an die Power-Automate-App auf dem Handy. Laut Microsoft empfängt die App diese Nachrichten nicht mehr. Ohne App gibt es also kein Ziel und die Benachrichtigung erreicht niemanden. Der Flow selbst wird dabei nicht verändert oder deaktiviert; er läuft wie vorher.
Genau das macht den Fall unangenehm. Ein Flow der weiterläuft fällt im Betrieb nicht auf. Wer nicht gezielt danach sucht merkt die Lücke erst wenn jemand fragt warum die Nachricht zu einem fehlgeschlagenen Import oder zu einem wichtigen Auftrag ausgeblieben ist. Typisch sind solche Schritte in Flows welche vor Jahren "nur schnell für mich" gebaut wurden und später im Team weiterliefen.
Mit der App verschwindet außerdem das Widget auf dem Startbildschirm, mit dem man einen Flow per Knopfdruck startet. Genehmigungen sind nicht betroffen; sie laufen weiter über Teams und über das Power-Automate-Portal, auch im Browser auf dem Handy.
Ersatz
Microsoft nennt zwei Wege für die Benachrichtigung: eine Nachricht über den Teams-Connector ("Post message in a chat or channel") oder eine E-Mail über den Outlook-Connector ("Send an email"). Beide erreichen Menschen ohne die alte App und beide lassen sich an die Stelle des alten Schritts setzen ohne die umgebende Logik anzufassen.
Welcher Weg besser passt hängt am Empfänger. Eine Teams-Nachricht in einem Kanal ist sichtbar für alle die den Vorgang betreuen und geht nicht verloren wenn jemand im Urlaub ist. Eine E-Mail eignet sich eher für Einzelpersonen und für Empfänger außerhalb von Teams. Bei der Umstellung lohnt ein kurzer Blick auf die Frage ob die Benachrichtigung überhaupt noch gebraucht wird. Manche dieser Schritte stammen aus der Testphase eines Flows und wurden nie wieder entfernt.
Wie man betroffene Flows findet
Der Connector heißt intern "flowpush". Ist ein Flow Teil einer Solution steht dieser Name im Flow-JSON des Lösungsexports, sobald der Schritt "Send me a mobile notification" verwendet wird. Eine Textsuche nach "flowpush" über den entpackten Export findet die Stellen zuverlässig. Flows außerhalb einer Solution tauchen im Export nicht auf und müssen im Portal geprüft werden.
Zur Einordnung, weil ich mit D365 Audit selbst ein Prüfwerkzeug baue: Es erkennt die Verwendung von "flowpush" in Flows automatisch und weist im Report auf die Abschaltung hin, mit dem Namen des Flows und dem Ersatz. Grundlage ist allein der Lösungsexport, ein Zugriff auf die Umgebung ist dafür nicht nötig.
Was ich jetzt tun würde
Einmal alle Solutions nach "flowpush" durchsuchen, die Treffer auf Teams oder E-Mail umstellen und bei der Gelegenheit prüfen wer die Nachricht eigentlich lesen soll. Das ist oftmals eine überschaubare Arbeit. Teurer wird es nur wenn die ausgebliebene Nachricht zuerst im Betrieb auffällt.
Quelle: Microsoft Learn, "Important changes (deprecations) coming in Power Platform".
Upload your solution export and get an assessment within minutes: security risks, technical debt, documentation coverage, and migration risk. No access to your environment required, first metrics free of charge.
Analyze your solution View sample report