D365 Audit
Blog · 2026-10-03 · 5 Min. Lesezeit

Vorbereitung auf verwaltete Lösungen

Der Umstieg von nicht verwalteten Ständen in Produktion auf einen sauberen verwalteten Prozess. Was dabei zu klären ist und in welcher Reihenfolge.

Viele Umgebungen sind historisch nicht verwaltet gewachsen: Die Anpassungen liegen "nicht verwaltet" in Produktion und entwickelt wurde teils direkt dort. Der Wunsch nach einem sauberen Prozess mit verwalteten Auslieferungen kommt meist mit einem Anlass (z.B etwa einem neuen Dienstleister oder einem Audit). Der Umstieg ist machbar aber er ist ein Projekt und kein Schalter.

Was vorher geklärt sein muss

Die technische Umstellung ist der kleinere Teil. Vorher braucht es drei Festlegungen die eher organisatorischer Natur sind.

Es gibt künftig eine einzige Entwicklungsumgebung aus der exportiert wird. Alle anderen Umgebungen empfangen nur noch. Wer daran vorbei entwickelt erzeugt wieder die Schichten (aka. Layer) welche man gerade loswerden will.

Es gibt einen Weg für Eilkorrekturen und der häufigstebGrund für direktes Arbeiten in Produktion war immer der Notfall. Der neue Prozess braucht dafür einen schnellen Pfad etwa eine kleine Korrektur-Solution (Hotfix) mit verkürzter Freigabe. Fehlt der wird der Prozess im ersten Notfall umgangen und danach ist die Disziplin dahin.

Die Entscheidung wie mit dem Bestand umgegangen wird ist der eigentliche Knoten.

Der Bestand: unmanaged in Produktion

Die bestehenden nicht verwalteten Anpassungen in Produktion verschwinden nicht dadurch, dass man künftig verwaltet ausliefert. Im Gegenteil: Sie liegen als oberste Schicht über allem und sorgen dafür, dass verwaltete Auslieferungen an genau diesen Komponenten wirkungslos bleiben.

Beim gründlichen Weg wird zuerst die Entwicklungsumgebung aus dem Produktionsstand neu aufgebaut. Dann wird verwaltet ausgerollt. Anschließend werden die aktiven nicht verwalteten Anpassungen in Produktion entfernt; Komponente für Komponente. Die Plattform bietet dafür das Entfernen der aktiven Anpassung an der einzelnen Komponente an. Das ist Fleißarbeit mit Prüfung nach jedem Schritt. Sie lässt sich gut in Wellen organisieren: erst unkritische Komponenten und dann die Kernobjekte.

Der pragmatische Weg akzeptiert für Altkomponenten einen Mischzustand und stellt nur Neues konsequent auf verwaltet um. Das ist der häufiger gewählte Weg und er funktioniert solange dokumentiert ist welche Komponenten noch im Altzustand sind.

In dieselbe Aufräumphase gehört die Publisher-Frage: Läuft künftig alles unter einem gemeinsamen Publisher und welcher? Alte Komponenten behalten ihr Präfix ohnehin. Aber ab dem Umstieg sollte Neues einheitlich sein denn sonst dokumentiert der Export die Umstellung als weiteren Bruch statt als Neuanfang.

Die Generalprobe

Bevor Produktion angefasst wird gehört der komplette Ablauf einmal gegen eine Kopie geprüft: Export aus der neuen Entwicklungsumgebung, verwalteter Import in eine aus Produktion wiederhergestellte Testumgebung, Zuordnung der Verbindungsreferenzenn und anschließendebPrüfung der kritischen Prozesse. Erst wenn das sauber durchläuft ist Produktion dran.

Aus dem Export der bestehenden Umgebung lässt sich vorab einiges über den Umfang sagen: wie viele Komponenten betroffen sind und wo Abhängigkeiten zu anderen Lösungen bestehen. Diese Zahlen machen aus dem Bauchgefühl eine Aufwandsschätzung. Die entscheidet am Ende welcher der beiden Wege realistisch ist.

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