Editable Grid und Read-Only Grid nur noch mit Sicherheitsupdates
Seit März 2026 bekommen die klassischen Grid-Steuerelemente keine neuen Funktionen mehr. Kein akutes Problem, aber ein guter Anlass für die Umstellung beim nächsten Formular-Umbau.
Seit März 2026 sind die Steuerelemente "Editable Grid" und "Power Apps Read-Only Grid" in modellgesteuerten Apps abgekündigt. Sie bekommen nur noch kritische Sicherheitskorrekturen und keine neuen Funktionen. Beide funktionieren bis auf Weiteres; danach endet laut Microsoft der Support. Einen Termin dafür hat Microsoft noch nicht genannt.
Das ist keine akute Abschaltung. Der Nachfolger steht aber fest und wer jetzt anfängt kann die Umstellung in Ruhe planen.
Was betroffen ist
Beide Steuerelemente zeigen Datensätze in Ansichten und Unterrastern an, das Editable Grid zusätzlich direkt bearbeitbar. Das Editable Grid ist ein beliebtes Mittel wenn Anwender viele Zeilen schnell pflegen sollen, etwa Positionen eines Angebots oder Stundenerfassungen. Das Read-Only Grid war laut Microsoft eine Übergangslösung und wird nicht mehr gebraucht.
Nachfolger für beide ist das "Power Apps Grid Control". Es kann lesen und bearbeiten in einem Steuerelement und bringt unter anderem Gruppierung, Summen und verschachtelte Raster mit. Microsoft begründet den Wechsel auch mit der Barrierefreiheit: Das Editable Grid entspricht den aktuellen Standards dafür nicht mehr.
Warum sich die Umstellung jetzt lohnt
Wer heute umstellt tut es in Ruhe und nicht unter Zeitdruck, wenn eine künftige Plattform-Version das alte Steuerelement tatsächlich abschaltet. Ein Formular das ohnehin gerade angefasst wird ist der günstigste Moment für den Wechsel. Die zweite Anpassung am selben Formular kostet fast nichts zusätzlich, weil Test und Abnahme sowieso anstehen.
Dabei sollte man einen Punkt einplanen: Anpassungen am alten Editable Grid lassen sich nicht immer eins zu eins übernehmen. Vor allem JavaScript welches an Ereignissen des Rasters hängt (etwa beim Ändern einer Zelle) gehört auf die Prüfliste, ebenso Konfigurationen einzelner Spalten. Das Power Apps Grid Control hat dafür eigene Möglichkeiten, die Übertragung ist aber Handarbeit.
Wie man die Steuerelemente findet
Im Lösungsexport stehen beide Steuerelemente mit ihrem Namen im Klartext, und zwar im Element "customControl" in der "customizations.xml". Das Editable Grid heißt dort "MscrmControls.Grid.GridControl", das Read-Only Grid "MscrmControls.Grid.ReadOnlyGrid". Eine einfache Textsuche nach diesen beiden Namen findet also jede Stelle im Export. Nicht verwechseln sollte man sie mit "MscrmControls.Grid.PCFGridControl": Das ist bereits der Nachfolger und damit kein Handlungsbedarf.
Die meisten Treffer liegen in Formularen, meist an einem Unterraster. Auch eine Tabelle kann ein solches Grid als Standard-Steuerelement haben. Das steht dann nicht im Formular sondern im Block der Tabelle unter "CustomControlDefaultConfigs". Wer nur die Formulare durchsieht übersieht diesen Fall leicht.
Zur Einordnung, weil ich mit D365 Audit selbst ein Prüfwerkzeug gebaut habe: Es sucht genau nach diesen beiden Namen und meldet jedes betroffene Formular mit der Zahl der betroffenen Steuerelemente, dazu Tabellen mit einem solchen Grid als Standard. Ein Unterraster zählt dabei einmal, auch wenn es im Export für jeden Gerätetyp eigens eingetragen ist. Eine reine Textsuche findet es oft an viel mehr Stellen als es tatsächlich relevant ist. In den Beispiel-Exporten gegen die ich die Regel geprüft habe betrifft das einen kleinen Teil der Formulare (in einem davon 9 von 62) und nicht den Normalfall. Was nicht im Export steht sieht die Prüfung natürlich nicht, z.b. etwa Einstellungen die nur in der Zielumgebung gemacht wurden.
Was ich jetzt tun würde
Eine Liste der betroffenen Formulare anlegen und jedes davon beim nächsten fachlichen Umbau mit umstellen. Formulare die in absehbarer Zeit niemand anfasst kommen auf die Wiedervorlage, spätestens wenn Microsoft einen Termin für das Ende des Supports nennt.
Quelle: Microsoft Learn, "Important changes (deprecations) coming in Power Platform".
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